Volksbank glänzt mit Rekordzahlen

(sh:z/Holsteinischer Courier/Text und Bild: Rolf Ziehm vom 19.02.2011)

Genossenschaftsbanker legten bei allen Kennzahlen zu und nähern sich der Milliarden-Bilanzsumme / Dividende wieder bei 6,5 Prozent

Die Volksbank stellte gestern ihren vorläufigen Jahresabschluss 2010 vor, und dabei strahlten die beiden Vorstandsmitglieder Matthias Lau und Rolf Wagner förmlich um die Wette. Und dafür gibt es allen Grund. „Wir haben alle Ziele nicht nur erreicht, sondern zum Teil deutlich übertroffen“, sagte Matthias Lau.

 

Bei der Bilanzsumme legten die Genossenschaftsbanker um gleich 59 Millionen Euro auf 952 Millionen Euro zu. „Wir steuern auf die Milliarden-Bank zu, und das ist auch das Ziel für 2011“, sagte Lau. Erfreulich sei auch das Wachstum bei den ausgegebenen Krediten: Mit einem Plus von gut acht Prozent liege Neumünster deutlich vor anderen Volks- und Raiffeisenbanken in Schleswig-Holstein.

 

Rund 120 Millionen Euro wurden an neuen Krediten bereitgestellt. Die Hälfte davon floss in private Baufinanzierungen, die andere in gewerbliche Finanzierungen. „Das ist ein gesundes Verhältnis“, sagte Lau. Wachstumstreiber waren Investitionen in die Themen Energieeinsparung und Photovoltaik. Die Bonität der Kreditkunden stimme, so Lau. So habe die Volksbank ihre Risikovorsorge für das mittelständisch geprägte Kreditgeschäft von 2,9 Millionen Euro im Jahr zuvor auf nun 500 000 Euro deutlich senken können. „Eine Kreditklemme kennen und kannten wir nicht“, sagte Lau.

 

Auch die Einlagen sind gestiegen. Mit einem Plus von 14 Millionen Euro wurde die Volksbank, so Lau, als „sicherer Hafen für Geldanlagen in Anspruch genommen“. Die Kunden fragten dabei vor allem sichere Papiere und Garantieprodukte nach. Angesichts der Risiken an den Kapitalmärkten waren die Kunden bei Wertpapierumsätzen hingegen deutlich zurückhaltender. Bei den eigenen Wertpapieren hatten die Volksbanker ein gutes Händchen: Sie stiegen 2010 im Wert um 2,6 Millionen Euro. 

 

Herausragend nannte Lau das Abschlussvolumen im Verbund mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der R+V-Versicherung. Neue Bausparverträge über 61 Millionen Euro und das erreichte Volumen bei Lebensversicherungen (17 Millionen Euro) seien „bisher noch nicht erreichte Rekordergebnisse“.

 

Die Steigerung aller relevanten Kennzahlen spiegelt sich natürlich auch in der Gewinnrechnung wider. So steigerte die Volksbank ihr Betriebsergebnis um 1,4 auf 10,8 Millionen Euro und nutzt das für eine Stärkung des Eigenkapitals. Es wird in Form von Rücklagen und Fonds um gut 4 auf 78 Millionen Euro aufgestockt. Auch das sei, so Lau, angesichts der Ausweitung des Kreditvolumens eine wichtige Botschaft.

 

Und auch die Mitglieder der Volksbank sollen vom guten Geschäftsverlauf profitieren. Lau: „Wir werden der Vertreterversammlung am 7. Juni vorschlagen, erneut eine Dividende von 6,5 Prozent auszuschütten.“ Apropos Mitglieder: Auch hier könnte die Volksbank in diesem Jahr eine Schallmauer durchbrechen. Nach einem Zuwachs um gut 1100 auf 19 400 liegt nun die 20 000er-Marke in Sicht.

 

„Das Ziel, Marktanteile auszuweiten, ist gelungen“, sagte Rolf Wagner und nannte als Beleg 2000 neu gewonnene Kunden. Wagner: „Das hört sich überschaubar an, aber der Markt insgesamt wächst nicht.“ Das unterstreicht auch Matthias Lau: „Wir leben bei der Marktanteilsgewinnung ein Stück von der Verdrängung.“ Auf wessen Kosten dieses Wachstum geht, wollte er nicht sagen. Die Aufsichtsratsvorsitzende Jutta Meyer bringt das Erfolgsjahr 2010 auf den Nenner: „Wir haben überzeugt durch Leistung und Kundennähe.“

 

Den Neubau am Großflecken hat der Winter fest im Griff. „Wir gehen davon aus, dass das Gebäude im Juni fertig ist“, sagte Matthias Lau. Danach beginnt der zwei Millionen Euro teure zweite Bauabschnitt: Auch der „Altbau“ hat nach 20 Jahren eine Auffrischung nötig. Im März 2012 soll dann alles abgeschlossen sein und mit einem Tag der offenen Tür präsentiert werden.

 

Volksbank 2010 in Zahlen:

Bilanzsumme: 952 Millionen Euro (+59 Millionen oder + 6,6 Prozent)

Einlagen: 658 Millionen Euro (+14 Millionen Euro oder +2,1 Prozent)

Kredite: 587 Millionen Euro (+44 Millionen Euro oder +8,1 Prozent)

Betriebsergebnis (vor Bewertung): 10,8 Millionen Euro (+1,4 Millionen Euro oder +15 Prozent)

Eigenkapital: 78 Millionen Euro

Kernkapitalquote: 10,64 Prozent

Dividende (Vorschlag): 6,5 Prozent

Kunden: rund 58 000

Konten: rund 98 000

Mitarbeiter: 240, davon 20 Auszubildende.

Geschäftsstellen/Filialen: 20

Genossenschaftsmitglieder: 19 400 (+1134) 

 

(sh:z/Holsteinischer Courier/Text und Bild: Rolf Ziehm vom 19.02.2011)