Ohne gemeinnützige Vereine geht nichts

Lübecker Nachrichten vom 9. Dezember 2011, Text und Foto: Christian Sprerr

Statt kleiner Präsente für die Kunden: Volksbank unterstützt acht Organisationen mit jeweils 2500 Euro.

Früher hat die VR-Bank Neumünster ihren Kunden und 

Geschäftsfreunden zu Weihnachten kleine Geschenke gemacht: 

Kugelschreiber, Kalender und so weiter. Da kam eine stattliche 

Summe zusammen.

Irgendwann kam jemand dort auf die Idee, auf derlei „Goodies“

zu Weihnachten zu verzichten und stattdessen Organisationen,

die anderen helfen, mit einer Spende zu unterstützen. Gestern

war es wieder so weit: Vorstandschef Matthias Lau und sein 

Kollege Rolf Wagner haben acht Organisationen und Vereinen 

jeweils 2500 Euro überreicht – insgesamt 20 000 Euro. Für 

manchen Verein ist das eine große Summe.

Neben der Stiftung Kinderherz, für die Walter Klösel die Spende

entgegengenommen hat (sieheSeite 11), erhielt auch der Verein

„Menschen in Not“ Bad Segeberg Geld. „Ich war völlig 

überrascht“, sagte Heide Tromnau. Ihr kleiner Verein kümmere 

sich um vor allem um Patienten des Landesvereins für Innere 

Mission. 

„Wir wollen zupacken, bevor Not entsteht“, sagte sie. Oft kommt 

aber auch sie zu spät. Dann gelte es, auch mit kleinen Mitteln zu 

helfen. Hauptsache, es gehe schnell, „bevor Menschen auf der 

Straße landen“. Die Strom- oder Heizrechnung zu zahlen, eine 

Räumungsklage verhindern – „oft ist das Anschieben von Hilfe am 

wichtigsten“, bemerkte sie. Der „Verein der Aphasiker“ Bad 

Segeberg kümmert sich um Menschen, die plötzlich aufgrund 

eines Schlaganfalles teils massive Sprachstörungen haben. Wie 

kommt man damit zurecht, plötzlich auf Hilfe angewiesen zu sein, 

sich nicht mehr artikulieren zu können, obwohl man bei klarem 

Verstand ist? Wenn man von anderen als verrückt oder 

betrunken gehalten wird? Susanne Staudenmeier stellte klar, 

dass solche Symptome von einer zentralen Sprachstörung 

hervorgerufen werden können.

Neben der Betreuung der Betroffenen kümmert sich ihr Verein 

auch um die Angehörigen: „Die müssen jetzt für zwei reden, 

außerdem fehlt ihnen plötzlich der Gesprächspartner.“

Auch damit müsse man erst einmal klar kommen. 

Staudenmeiers Urteil: „Aphasie ist eine Familienkrankheit.“

Weitere Preisträger der VR-Bank waren die Fröbelschule

Neumünster, „Die Brücke“ Neumünster, der Notruf für häusliche

und sexualisierte Gewalt Neumünster, der Freundeskreis 

Hohenwestedt und die Lindenschule in Bordesholm. Im Anschluss 

an die Übergabe der Geldpräsente sagte Vorstandschef Matthias 

Lau: „Ich habe heute viel von Ihnen gelernt. Was wäre 

Deutschland bloß ohne seine Ehrenamtler?“

 

(Lübecker Nachrichen vom 9. Dezember 2011, Text und Foto: Christian Spreer)