Volksbank gewinnt Marktanteile

(sh:z/Holsteinischer Courier/Text und Bild: Rolf Ziehm vom 06.06.2012)

Kreditvolumen übersteigt erstmals deutlich die Kundeneinlagen. Die mehr als 20000 Mitglieder erhalten stattliche Dividende von 6,5 Prozent

Die Volksbank kann auch in einem schwierigen Marktumfeld mit sehr guten Geschäftszahlen glänzen. Die Vorstände Matthias Lau und Dr. Rainer Bouss stellten gestern vor der Vertreterversammlung in der Stadthalle die Jahresbilanz 2011 vor.

„Sicherheit, Glaubwürdigkeit und Transparenz sind wichtiger denn je im Bankgeschäft“, sagte Lau und verwies auf das überproportionale Wachstum bei den ausgegebenen Krediten. Mit 701 Millionen Euro (+11,6 Prozent) liegt der Kreditbestand erstmals sogar über den Kundeneinlagen, die um 3,8 Prozent auf 690 Millionen Euro stiegen. „Wir machen bei den Zinsen nicht jedes Preisniveau mit“, sagte Lau.

Die Kredite verteilen sich je zur Hälfte auf private Baufinanzierungen und gewerbliche Kredite. „Wir haben hier viele neue Kunden und gewinnen merkliche Marktanteile in Neumünster“, sagte Lau. Die für 2011 ausgegebenen Ziele, die Milliarden-Schwelle bei der Bilanzsumme und die 20000-Mitglieder-Marke zu durchbrechen, wurden sogar deutlich überschritten. Zum Jahreswechsel zählte die Bank 20035, heute bereits 20200 Genossenschaftsmitglieder, die sich wie in den Vorjahren über eine stattliche Dividende von 6,5 Prozent freuen dürfen. Knapp 785000 Euro schüttet die Volksbank an die Mitglieder aus, der Jahresüberschuss beträgt wie im Vorjahr 5,5 Millionen Euro.

Als besonders erfreulich nannten Lau und Bouss die Verbesserung des Eigenkapitals. Mit Blick auf die künftig schärferen Eigenkapitalanforderungen (Stichwort „Basel III“) wurden bisher stille Reserven in offene Rücklagen umgewandelt. Lau: „Viele Banken haben massive Probleme, die Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Wir tun das schon heute.“

Stolz sind die Genossenschaftsbanker, dass sie mit der Region wachsen. „Es ist eine tolle Stimmung in der Stadt“, sagte Lau. Oberbürgermeister Tauras spreche kurz vor der DOC-Eröffnung vom „Boomtown Neumünster“. Das Fabrikverkaufszentrum schaffe nicht nur mehr als 1000 Arbeitsplätze. „Es gibt auf einmal Fanatasien in neue Hotelinvestitionen, der Immobilienmarkt zieht an“, so Lau. Auch die Erweiterung der Holstenhalle, der Neubau von Friedrich-Ebert-Krankenhaus, Milchpulverwerk und das geplante Innenstadt-Einkaufszentrum von ECE/HBB seien riesige Investitionen. „Das hat alles Einfluss auf die hiesiege Wirtschaft. Das DOC ist ein Glücksgriff.“

 

(sh:z/Holsteinischer Courier/Text und Bild: Rolf Ziehm vom 06.06.2012)