Volksbank erhöht Dividende

Die Geschäftszahlen, die die Volksbank gestern vorstellte, sind zwar noch vorläufig, aber die Vorstände Matthias Lau und Dr. Rainer Bouss strahlten bereits um die Wette.

„Das ist das beste Ergebnis in der 110-jährigen Geschichte der Bank“, sagte Lau.

Und davon profitieren auch die 250 Mitarbeiter mit einem Jahressonderbonus und die zurzeit 20782 Genossenschaftsmitglieder: Der Vorstand und Aufsichtsrat werden der Vertreterversammlung am 4. Juni vorschlagen, die Dividende von bisher 6,5 auf 7 Prozent zu erhöhen. Die Volksbank wird dann eine knappe Million Euro an ihre Mitglieder ausschütten.

Bilanzsumme, Kundeneinlagen, Kredite, Eigenkapital, Kunden oder Mitglieder – fast alle Geschäfts-Parameter zeigen nach oben (siehe Info-Kasten). Dass das Betriebsergebnis (vor Bewertung) von 11,7 Millionen Euro auf 10,3 Millionen Euro sank, sei der Zinsentwicklung geschuldet, sagte Lau und nannte mit dem Neubau der Zentrale einen Sondereffekt, der das Ergebnis belastet habe. Die zwei Millionen Euro Renovierungs aufwand im zweiten Bauabschnitt konnten zum Teil als Kosten verbucht werden.

„2012 war das Jahr der Genossenschaftsbanken“, sagte Lau. Ihr Modell mit „einfachen, klaren und verständlichen Produkten und schnellen Entscheidungen vor Ort“ habe sich in der Finanzkrise bewährt. Das lebhafte Kreditgeschäft von 2011 setzte sich auch im vergangenen Jahr fort und konnte nochmals um 39 Millionen Euro oder fast 6 Prozent gesteigert werden. Bei laufenden Tilgungen von 80 Millionen Euro pro Jahr begleitete die Volksbank damit fast 120 Millionen Euro Investitionen in der Region. „Wir kennen das Wort Kreditklemme nicht“, sagte Lau. Das Neugeschäft verteilte sich fast gleichmäßig auf gewerbliche und private Kunden, die das niedrige Zinsniveau zur Baufinanzierung oder für Investitionen in Energiesparmaßnahmen und erneuerbare Energien nutzten. Wachstumstreiber bei den Einlagen waren Sparbriefe und andere sichere Anlagen. Bei Wertpapieren zeigten sich die Kunden aber zurückhaltender.

Dass die Volksbank ihre Kernkapitalquote und das Eigenkapital stärken konnte, nannte Lau „einen Quantensprung“. Man stelle sich damit den künftigen Eigenkapitalanforderungen („Basel III“) und habe eine „Größenordnung auch für größere Finanzierungsvorhaben“ erreicht.

Auch in eigener Sache soll wieder kräftig investiert werden. In die Neugestaltung der Tungendorfer Filiale, die auch ein Ärztehaus aufnimmt, sollen 2,5 Millionen Euro fließen. Es gibt nach einem Ideenwettbewerb schon erste Entwürfe.

Geschäftszahlen 2012:

Geschäftszahlen 2012 Bilanzsumme: 1,065 Milliarden Euro (+ 40 Millionen).
Einlagen: 695 Millionen Euro (+10 Millionen).
Kredite: 695 Millionen Euro (+39 Millionen).
Betriebsergebnis (vor Bewertung): 10,3 Millionen Euro (−1,4 Millionen Euro).
Eigenkapital: 106 Millionen Euro (+10,3 Millionen Euro).
Kernkapitalquote: 12,54 Prozent (2011: 10,81 Prozent).
Kunden: 55 000 (+1691).
Mitglieder: 20 782 (+1333).
Dividende 2013 (Vorschlag): 7 Prozent (2012: 6,5 Prozent).

(sh:z/Holsteinischer Courier/Text und Bild: Rolf Ziehm vom 23.02.2013)