VR Bank mit bester Bilanz in 110 Jahren

7 Prozent Dividende - 2013: Umbau in Bad Segeberg und Wahlstedt

„2012 war das erfolgreichste Jahr in unserer 110-jährigen Geschichte“, bilanzierte gestern Matthias Lau, Vorstand der VRBank Neumünster. An diesem Erfolg sollen die 20782 Mitglieder teilhaben: Vorstand und Aufsichtsrat wollender Vertreterversammlung im Juni vorschlagen, die Dividende von 6,5 auf 7 Prozent zu erhöhen. Die 250 Mitarbeiter hatten bereits eine Sondergratifikationerhalten.

 

Die VR Bank investiert in diesem Jahr im Kreis Segeberg. Die Filiale in Wahlstedt, einem von acht Standorten im Kreisgebiet, wird für eine halbe Million Euro erneuert. Und im ehemaligen Haupthaus in der Bad Segeberger Fußgängerzone richtet die VR Bank zwei Obergeschosse her. „Sie sollen an Arztpraxen und andere Freiberufler vermietet werden“, sagt Vorstandsvorsitzender Matthias Lau. Dort war Platz frei geworden, weil unter anderem die Kreditabteilungin die Zentrale in Neumünster geholt worden war. Bereits im vergangenen Jahr hatte die VR Bank ihr unter Denkmalschutz stehendes Haus in Bad Segeberg für 500000 Euro an Dach und Fenstern saniert. Dass die Raiffeisenbank Leezen, quasi ein Bruder im Genossenschaftsbankenverbund, nur zweihundert Meter entfernt ihre Filiale aufrüstet, sieht Lau gelassen. „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis.“ Das Segeberger Geschäftsgebiet sei halt „nicht uninteressant“. Die Konkurrenz nehme die VR Bank ernst. Allerdings gebe es auch Zusammenarbeit. „So leisten wir für die Raiba den Zahlungsverkehr.“ Eine Fusion der Banken sei aber kein Thema. Lau und sein Vorstandskollege Dr. Rainer Bouss können aus einer Position der Stärke agieren. Der VR Bank geht es offen kundig sehr gut. Die Bilanzsumme stieg um 40 Millionen auf 1,065 Milliarden Euro. Trotz harten Wettbewerbs konnten die Kundeneinlagenum 10 Millionen auf 695 Millionen Euro erhöht werden. Um rund 6 Prozent stieg die Kreditsumme, auf brutto 765 Millionen Euro. 119 Millionen Euro neuer Kredite wurden bereit gestellt, in erster Linie für gewerbliche Investitionen sowie Maßnahmen zum Energie sparen oder Energie erzeugen. Der Boom beim Bau der Biogasanlagen nimmt offenbar ab, stattdessen haben Photovoltaik und Windenergie die Nase vorn. Die Kernkapitalquote erhöhte sich von 10,81 auf 12,54 Prozent. Auf 110 Millionen Euro konnten die Eigenmittel erhöht werden. „Damit haben wir einen Quantensprung genommen und sind ein sehr solventerAnsprechpartner“, kommentierte Lau die Zahlen. Die Wertpapierumsätze gingen leicht zurück. Im Bauspargeschäft wurden gemeinsam mit Schwäbisch Hall Verträge über 72 Millionen Euro mit Kunden geschlossen, beiden Lebensversicherungen fast 14 Millionen Euro umgesetzt und Kleinkredite in Höhe von 6,8 Millionen Euro vermittelt. Im vergangenen Jahr hatte die VR Bank ihre neue Zentralein Neumünster eingeweiht. 10 Millionen Euro hatte sie in Erhaltung und Ausbau investiert. Vom Erfolg der VR Bankprofitiert die Stadt Neumünster mit 4 Millionen Euro Steuereinnahmen- und die Region pro Jahr mit einem Spendenvolumen von 100000 Euro.

(Segeberger Zeitung vom 23.02.2013 Text: Sabine Nitschke und Gerrit Sponholz