Traumhafte Landschaften

Muthesius-Student Maxim Brandt (26) erhielt Reisestipendium der Westphalen-Stiftung

(sh:z/Holsteinischer Courier/Text und Bild: Gabriele Vaquette)

Zwielicht und nächtliche Stimmungen sind ein künstlerisches Element der Bilder von Maxim Brandt. Im Bild zu sehen: „Dann werden wir es erfahren“.

Eine „Ziel“-Blockhütte in einem bläulich-unheimlichen Wald, ein leeres Theater, auf dessen Bühne der Blick auf eine Heidelandschaft geht, eine bunte russische Madroschka, die sich inmitten eines stillen Sees im Wasser spiegelt – ungewöhnliche Landschaftsperspektiven zeigt Maxim Brandt in seiner Ausstellung „Logic behind the Logic“ (Logik hinter der Logik) im ersten Stock der Volksbank am Großflecken. Es ist eine besondere Bilderschau: Der 26-Jährige ist der siebte Preisträger des August-Westphalen-Reisestipendiums.

Entstanden sind die großformatigen Ölmalereien nach der Vorlage von Fotos, aus denen Brandt Einzelmotive ausschneidet, sie zur Fotocollage formt, sie„in Malerei übersetzt und entfremdet“, wie er es nennt. So steht eine bunte Blockhütte vor Bäumen und einem blutroten Himmel, seltsam leblose Menschen sitzen in einem Zimmer („Nest“) mit Blick auf eine utopische ferne Landschaft. Irritierend wirkt ein Bild mit dem sperrigen Titel „Reziproke Diskrepanz“: Eine Madroschka, ein Elefantenkopf und zwei weitere Gestalten sitzen an einem Tisch, auf dem ein Tierschädel liegt. „Ich will irritieren. Die Betrachter sollen sich ihre eigenen Gedanken machen. Auch dass es ein wenig schaurig und komisch ist, gehört zu meinem künstlerischen Konzept“, sagt der gebürtige Ukrainer. Er kam im Alter von 14 Jahren nach Neumünster, lebt in Kiel und ist seit eineinhalb Jahren Student der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel. Seine Professorin Antje Majewski zollte ihm Lob: „Das sind Traumbilder und Landschaften, die nur in der Malerei stattfinden können, imaginäre Landschaften mit Zwielicht und nächtlichen Stimmungen.“

Landschaften als Motiv sind Voraussetzung für die Vergabe des Stipendiums, das durch die Überlassung eines Westphalen-Ölgemäldes an die Stadt Neumünster entstand, wie Dr. Martin Sadek Revue passieren ließ. Das monumentale Werk des bekannten Landschaftsmalers, das einen Trauerzug zu Ehren Wilhelms I. zeigt, wurde auf dem Dachboden des Westphalen-Hauses an der Mühlenbrücke entdeckt. Suse Westphalen schenkte das Gemälde der Stadt, es wurde an das Deutsche Historische Museum in Berlin verkauft. Die Zinsen speisen das Stipendium, das jungen Künstlern Reisen ermöglicht.

Sadek lobte die Räumlichkeiten der Ausstellung. Denn erstmals nach dem Umbau der Bank wird eine Ausstellung in der lichtdurchfluteten Galerie präsentiert. „Traurig, dass die Stadt keinen Raum hat, der diesem nur annähernd gleicht“, so Sadek mit Blick auf die großzügige Präsentation.

Brandt weiß noch nicht genau, wohin er reisen wird („vielleicht in die USA oder nach China“). 2000 Euro hat er von der Stiftung bekommen und die Volksbank stockte das Stipendium noch einmal um 1000 Euro auf.


Die Ausstellung ist bis Ende Mai in der Volksbank zu sehen.

Öffnungszeiten:

montags bis freitags 8.30 bis 12.30 Uhr,

montags und donnerstags 14 bis 19 Uhr,

dienstags und freitags 14 bis 16 Uhr.

 

(sh:z/Holsteinischer Courier/Text und Bild: Gabriele Vaquette vom 16.04.2013)