Bank zieht Baupläne zurück

Die Volksbank will das erst vor zwei Jahren gekaufte Geschäftshaus am Kuhberg wieder verkaufen

Die Volksbank will ihr 2011 gekauftes Geschäftshaus am Kuhberg 1-3/Ecke Johannisstraße nun doch nicht mehr selbst sanieren. „Das kann ein anderer Investor besser als wir“, sagte Volksbank-Vorstand Matthias Lau gestern zur Begründung für den Meinungswandel. Die seit Jahresbeginn leer stehende Immobilie soll wieder verkauft werden. „Wir sind eine Bank und kein Bauträger“, sekundierte sein Vorstandskollege Dr. Rainer Bouss.

Die Gegend am Bahnhof halten beide Volksbanker nach wie vor für hochinteressant; sie werde eine „deutliche Aufwertung durch das ECE-Einkaufszentrum erfahren“, sagte Lau und sprach von „Fantasie in dieser Region“. Viele Mieter aus dem Sager-Viertel wollten in der Gegend bleiben; es habe interessante Anfragen von Mietinteressenten gegeben. Zu Jahresbeginn hatte Lau noch von zwei nicht aus Neumünster stammenden großen Dienstleistern gesprochen, die hier Filialen mit rund 100 neuen Arbeitsplätzen eröffnen wollten (der Courier berichtete).

Um Parkraum zu schaffen, war die Volksbank auch an der Mittelstraße aktiv geworden und hatte das Eckgrundstück zur Johannisstraße gekauft und abreißen lassen. Diese Pläne sind nicht gestorben, nur künftig eben nicht mehr mit der Volksbank als Projektentwickler. „Wir machen nur Dinge, mit denen wir Geld verdienen können“, sagte Lau. Um das Geschäftshaus am Kuhberg 1-3 mietergerecht zu sanieren, müsste die Volksbank gut 2,5 Millionen Euro investieren.

Bei dem Ärztehaus mit einer Augenarztpraxis und der Apotheke am Kuhberg 5a-7 geht die Investitions-Rechnung offenbar auf; es gehört ebenfalls der Bank und wird umfassend saniert. „Weitere Vermietungen sind in Aussicht, das Haus ist dann komplett vermietet“, sagte Lau.

Auch in zwei eigene Filialen will die Volksbank kräftig investieren. Die Geschäftsstelle in Wahlstedt wird für 500000 Euro noch in diesem Jahr umgebaut und modernisiert. Und an der Wilhelminenstraße in Tungendorf nimmt die Bank sogar 2,5 Millionen Euro in die Hand, um die Filiale quasi neu zu einem integrierten Ärztehaus auszubauen.

„Hierfür ist noch ein Grundstück von der Stadt zur Arrondierung nötig“, sagte Lau. Der Startschuss soll im Sommer fallen, der Bau im Herbst 2014 fertig sein. Um den Filialbetrieb während der Bauzeit aufrecht zu erhalten, hat die Bank bereits ein Nachbargrundstück angemietet.

(sh:z/Holsteinischer Courier, 05.06.2013, Text: Rolf Ziehm)