Ehemaliges Krisengebiet nun als Wachstumstreiber

Die Vorstände Rainer Bouss (links) und Matthias Lau in der Halle der Zentrale der VR Bank in Neumünster.

Einbindung der Segeberger Volksbank vor rund 15 Jahren erweist sich für VR Bank als Gewinn

Während die konkurrierende Sparkasse Südholstein darbt, ist die Volksbank-Raiffeisenbank Neumünster (VR Bank) bester Laune.
Kräftig zugelegt in nahezu allen Geschäftsfeldern hat das genossenschaftlich organisierte Geldinstitut mit Sitz in Neumünster. Den rund 21500 Mitgliedern der VR Bank werden stolze 7 Prozent Dividende auf ihre Anteile gezahlt.

Das Geschäftsgebiet der VR Bank erstreckt sich weit in den Kreis Segeberg hinein. Die VR Bank hatte zur Jahrtausendwende die seinerzeit schwer angeschlagene Segeberger Volksbank übernommen.
Deren Geschäftsbereich entwickele sich nun zum „Wachstumstreiber“, sagte Vorstand Matthias Lau.
Auf 1,14 Milliarden Euro kletterte im vergangenen Jahr die Bilanzsumme. Das ist ein Plus von 75 Millionen Euro oder 7 Prozent. Damit etabliert sich die Genossenschaftsbank im dritten Jahr über der 1000-Millionen-Grenze.
Unter dem Strich blieb ein Ergebnis von 14,8 Millionen Euro. Das entspricht 1,33 Prozent der Bilanzsumme, deutlich über den durchschnittlichen 1,07 Prozent der Genossenschaftsbanken, freuten sich gestern die Vorstände Matthias Lau und Rainer Bouss während der Bilanzpressekonferenz.
Mit am Ende 726,8 Millionen Euro bei den Einlagen und 727,4 Millionen Euro bei den Krediten verzeichneten beide Geschäftsfelder im vergangenen Jahr ein Plus von 5 Prozent. Rund 122 Millionen Euro neue Kredite waren bereitgestellt worden. Der Zuwachs bei der Gesamtkreditsumme um 32 Millionen Euro verteilt sich gleichmäßig auf Privat- und Firmenkunden. Themen wie Energiesparen, Energieerzeugung, Mietwohnungs- und Privathausbau profitierten vom günstigen Zinsniveau.
Das Plus von ebenfalls 32 Millionen Euro bei den Einlagen geht auf Sparbriefe und Wachstumssparen zurück.
Auch die Nachfrage nach Aktien und Immobilienfonds sei wieder angezogen, sagte Lau.
Der Vorstand sieht das gute Ergebnis vor allem als Folge von Teamarbeit der „tollen Mitarbeiter“. Die Belegschaft wuchs 2013 um zehn Kollegen auf aktuell rund 260 Kräfte.

Der gesamte Vertriebsbereich habe mit „Sachkompetenz, Flexibilität und Charme“ den Provisionsüberschuss auf 8,2 Millionen Euro gesteigert, sagte der Vorstand. Das habe, verbunden mit gleichzeitig hoher Kostendisziplin, zur Steigerung der Erträge beigetragen.
Dabei gehen die Chefs mit gutem Beispiel voran: „Bei uns sitzen die Vorstände im Dienstwagen noch selbst am Steuer – auch, wenn es in die Waschanlage geht“, erklärte Lau.
Die Zahl der Kunden in den 20 Geschäftsstellen der Bank stieg um 1848 auf 52 000. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder legte um 1322 auf 21 514 zu. Die VR Bank verstehe sich als „Regionalbank“, so Matthias Lau. Auch wenn 2014 geplant ist, die Geschäftsstelle in Bönebüttel an Neumünsters Stadtrand zu schließen, stehe die Bank zu ihren Filialen. 2,6 Millionen Euro sollen in Geschäftsstellen investiert werden, unter anderem in Großenaspe.
Das Jahresergebnis wird am 3. Juni der Vertreterversammlung der Bank vorgelegt.
Der Vorstand hat eine Dividende von 7 Prozent vorgeschlagen.

(Segeberger Zeitung vom 22.02.2014)