Bilanzsumme steigt auf 1,18 Milliarden Euro / Gewinn erhöht sich auf 12,1 Millionen / Mitglieder bekommen wieder 7 Prozent Dividende

Ein Jahr sind sie zu dritt im Vorstand (von links): Dr. Rainer Bouss, Matthias Lau und Dirk Dejewski.

Die Volksbank bleibt strikt auf Erfolgskurs. 2014 war erneut ein Rekordjahr für das Kreditinstitut. Der Vorstand legte gestern die vorläufigen Zahlen vor: Demnach kletterte die Bilanzsumme um 40 Millionen auf 1,18 Milliarden Euro, der Gewinn von 11,8 auf 12,1 Millionen Euro.

Die drei Vorstandsmitglieder Matthias Lau, Dr. Rainer Bouss und Dirk Dejewski erläuterten das Zahlenwerk mit einigem Stolz. „Kreditklemme, Probleme mit dem Eigenkapital, virtuelle Filialen – das gibt es bei uns alles nicht“, sagte Lau. Stattdessen erwirtschafteten die 265 Mitarbeiter an allen Fronten ein ordentliches Wachstum. „Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital“, meinte Lau.

Die Kunden hatten der Bank am Jahresende 768 Millionen Euro Einlagen anvertraut (plus 24 Millionen). Das ist vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen beachtlich. Aber auch in die Märkte ist etwas Vertrauen zurückgekehrt: Die gute Nachfrage nach Aktien und Fonds führte bei der Bank zu Provisionserträgen von 1,18 Millionen (Vorjahr: 1,06).

Das Kreditvolumen kletterte um 26 auf 831 Millionen. Da auch 90 Millionen an Tilgung zurückflossen, entsprach das 116 Millionen an neuem Geschäft. Das Wachstum bei Krediten verteilt sich etwa hälftig auf Privat- und Firmenkunden: Energetische Sanierung, Energieerzeugung, Landwirtschaft und auch wieder stärker der Mietwohnungsbau sind die Hauptzwecke der Kredite.

Von den 12,1 Millionen Euro Gewinn steckt die Volksbank 9 Millionen in ihr Eigenkapital, das jetzt 141 Millionen Euro beträgt und zu einer soliden Kernkapitalquote von 13,12 Prozent führt. Etwa eine Million Euro soll an die Mitglieder ausgeschüttet werden – in Form einer Dividende von 7 Prozent. „Das Betriebsergebnis ist überdurchschnittlich hoch. Damit stehen wir auch im Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken sehr gut da“, sagte Lau. Endgültig entscheidet die Vertreterversammlung am 2. Juni über die Verteilung des Gewinns.

Für solides Wirtschaften spricht auch eine andere Kennziffer der Risikovorsorge: Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist mit 800 000 Euro positiv. Das heißt, die Bank hat mehr Risiko-Rückstellungen für platzende Kredite aufgelöst als neue hinzugenommen. Mit eigenen Wertpapieren hat die Bank im vergangenen Jahr 3,6 Millionen Euro aus Kursgewinnen erzielt. „Wir agieren sehr vorsichtig, haben beispielsweise nie in Griechenland oder bei Lehman Brothers investiert“, sagte Lau.

Die Zahl der Volksbank-Kunden stieg im vergangenen Jahr um fast 2000 auf 53 000, die der Mitglieder um 1500 auf fast 22 000.

2015 will die Volksbank in drei Filialen investieren: Wankendorf bekommt eine neue Fassade und zusätzliche Beratungsräume. Wittorf wird modernisiert, und in Einfeld wird die Filiale vergrößert, weil die Bank die Nachbarwohnung kaufen konnte.

Es war die letzte Bilanzpressekonferenz für Matthias Lau: Er verlässt die Bank am Jahresende (der Courier berichtete). Sein Nachfolger Dirk Dejewski ist seit 1. Januar bereits als Vorstandsmitglied an Bord.

(sh:z / Holsteinischer Courier vom 21.02.2015 Text: Thorsten Geil)