Volksbank glänzt erneut mit Rekorden

Bilanzsumme stieg 2014 auf 1,172 Milliarden Euro / Die 22 000 Genossenschaftsmitglieder erhalten wie im Vorjahr eine Dividende von 7 Prozent

Die 202 Vertreter segneten gestern in der Stadthalle den Geschäftsbericht und die Dividendenauszahlung an die Mitglieder ab.

Die Volksbank segelt trotz stürmischer Zeiten auf den Finanzmärkten weiter auf Erfolgskurs. 2014 war erneut ein Rekordjahr für das genossenschaftliche Institut. Und die fast 22 000 Genossenschaftsmitglieder haben am Erfolg teil: Die Vertreterversammlung billigte gestern in der Stadthalle die Zahlung einer Dividende in der stolzen Höhe von 7 Prozent.

Allein das macht in der Summe etwa eine Million Euro aus und ist in Zeiten niedrigster Zinsen bemerkenswert. Daneben steigert die Volksbank aus dem Ergebnis nochmals ihr bilanzielles Eigenkapital um 10 auf jetzt 125 Millionen Euro. Nach Abzug der Kosten bleibt in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Betriebsergebnis von 13,8 Millionen Euro. Nach der Bewertung von Kreditrisiken und dem Eigenhandel hat die Volksbank sogar etwa 18 Millionen Euro verdient.

„In dieser Niedrigzinszeit noch Geld zu verdienen, ist nicht einfach“, sagte der zum Jahresende scheidende Vorstand Matthias Lau, der die Mitglieder auf eine kleine „Zeitreise“ mitnahm. 1978 beim Beginn seiner Ausbildung bei der Volksbank hatte diese noch eine Bilanzsumme von 362 Millionen Mark und erzielte einen Gewinn von 735 000 Mark. Knapp 38 Jahre später liegt die Bilanzsumme bei 1,172 Milliarden Euro und der Gewinn bei 6,9 Millionen Euro.

Lau freute, dass die Volksbank auf beiden Seiten der Bilanz gewachsen sei – bei den Kundeneinlagen und bei den ausgegebenen Krediten (Zahlen siehe Info-Kasten). Der Schwerpunkt der Kreditnachfrage lag angesichts der günstigen Konditionen und der zunehmenden Attraktivität des Standorts Neumünster bei langfristigen Immobilienfinanzierungen im gewerblichen und privaten Bereich. „Das Wort Kreditklemme kennen wir nicht und begleiten alle sinnvollen Investitionen in Neumünster und im Kreis Segeberg“, so Lau.

„Wir bleiben auf Wachstumskurs und haben weitere Marktanteile gewonnen“, sagte Laus Vorstandskollege Dirk Dejewski. Der Zinsüberschuss habe auf 1,5 Millionen Euro gesteigert werden können, bei den Provisionen waren es sogar 8,7 Millionen Euro. Dejewski nannte als Begründung hier vor allem das forcierte Vermittlungsgeschäft und die gesteigerten Umsätze im Wertpapierbereich. Die Verwaltungsaufwendungen seien dagegen reduziert worden – und das trotz der 2,2-Millionen-Euro-Investition in den Filialstandort Tungendorf. In diesem Jahr soll die Einfelder Filiale ein neues Gesicht erhalten, und auch in Wittorf und Wankendorf sind Renovierungen geplant.

„Wir schließen keine unserer 19 Filialen, die Filialen bleiben das Herz unseres Geschäftes“, bekräftigte Vorstand Dr. Rainer Bouss und stellte stolz heraus: „Mit einer harten Kernkapitalquote von 14,9 Prozent brennt bei uns nichts an.“ Gleichwohl reagiert auch die Volksbank auf die zunehmende Digitalisierung. Der Internetauftritt sei jetzt deutlich professioneller gestaltet. Und mit dem neuen Internetbezahlverfahren Pay Direkt wollen die deutschen Banken jetzt zudem Paypal Paroli bieten.

(sh:z / Holsteinischer Courier vom 03.06.2015 Text und Foto: Rolf Ziehm)