„Nur noch“ 6 Prozent Dividende

Niedrige Zinsen: Volksbank reagiert auf gesunkene Erträge / Eigenkapitalbasis wurde aber gestärkt

Die beiden Vorstände Dirk Dejewski (links) und Dr. Rainer Bouss stellten gestern die vorläufigen Geschäftszahlen für 2015 vor.

„Wir hatten 2014 ein exorbitant gutes Ergebnis. 2015 war sehr gut“, sagte Volksbank-Vorstand Dr. Rainer Bouss gestern bei der Vorstellung der (noch vorläufigen) Geschäftszahlen.

Der Unterschied zwischen der „Eins plus“ und einer glatten Eins heißt in Zahlen: Das Betriebsergebnis wird sich 2015 um 14,5 Prozent von 13,8 auf 11,8 Millionen Euro verringern. Auch die Dividende für die inzwischen fast 22 500 Genossenschaftsmitglieder wird etwas geringer ausfallen. Bouss und sein Co-Vorstand Dirk Dejewski werden der Vertreterversammlung am 7. Juni im Vergleich immer noch sehr ansehnliche 6 Prozent Dividende vorschlagen. Im Jahr zuvor durften die Mitglieder noch 7 Prozent einstreichen.

Die Gründe sind schnell aufgezählt. In der immer noch andauernden Niedrigzins-Phase verringerte sich der Zinsertrag der Bank von 28,2 auf 27,6 Millionen Euro. „Im Einlagengeschäft ist praktisch kein Geld mehr zu verdienen“, sagte Bouss. Zugleich stiegen die Verwaltungskosten um 5,3 Prozent auf 23,8 Millionen Euro.

Bei anderen Kennzahlen legte die Volksbank dagegen gegenüber dem Vorjahr erneut zu. Das gilt für die auf 1,2 Milliarden Euro gestiegene Bilanzsumme, jetzt mehr als 55 300 Kunden (unter dem Strich ein Plus von 615) und auch 1150 neue Mitglieder. Das Kredit- und das Einlagengeschäft entwickelten sich nahezu gleich gut. Beim Kreditvolumen legte die Volksbank um 4,9 Prozent auf 795 (2014: 755) Millionen Euro zu, die Kundeneinlagen stiegen um 4,5 Prozent auf 780 (2014: 745) Millionen Euro.

„Wir sind damit die Nummer 5 unter den Genossenschaftsbanken in Schleswig-Holstein“, sagte Dirk Dejewski und hob als Besonderheit das deutlich gesteigerte Vermittlungsgeschäft hervor. Die Eigenkapitalausstattung bleibt mit einer Quote von 18 Prozent hochsolide.

Dennoch steuert die Volksbank bei den Kosten gegen und wird zum 30. November die kleine Filiale in Rickling schließen (der Courier berichtete). „Wir bleiben aber eine Filialbank und wollen nicht, dass unsere Kunden in irgendwelche Kompetenzcenter zur Beratung fahren“, sagte Dejewski. Man werde weiter in das Geschäftsstellennetz investieren. 2016 sollen die Filialen in Wittorf und Wankendorf modernisiert werden.

(sh:z / Holsteinischer Courier vom 26.02.2016 Text: Rolf Ziehm)