Am Kuhberg bleibt eine Automatenfiliale, in Faldera wird 2017 zugemacht / Beratung wird ausgebaut

Im Kundencenter der Zentrale am Großflecken wird (auch räumlich) bald einiges umgebaut. Dr. Rainer Bouss (von links), Dirk Dejewski und Frank Jensen machen die Planung.

Die Volksbank will ihren Vertrieb neu aufstellen und die Beratung ausbauen. Das soll aber überwiegend in der Zentrale am Großflecken passieren. In den Filialen an der Wasbeker Straße 145 und am Kuhberg 18 wird sich in dieser Hinsicht nichts mehr abspielen: Sie werden 2017 geschlossen.

Das ist eine kleine Trendwende, denn bislang hatten die Vorstandsmitglieder Dr. Rainer Bouss und Dirk Dejewski in diesem Jahr stets verkündet, dass keine weiteren Filialen geschlossen werden sollen. Vor wenigen Tagen wurde Rickling zugemacht, Ende 2014 war Bönebüttel an der Reihe (der Courier berichtete). „Aber wir bleiben eine Filialbank“, wiederholte Dirk Dejewski auch gestern vor der Presse. Zwischen Bordesholm und Kaltenkirchen gibt es derzeit 18 Filialen.

Die Probleme sind bei allen Filialbanken gleich: In den Zeiten von abgeschafften Zinsen wird das Geldverdienen schwieriger. Gleichzeitig betreten viele Kunden längst keine Geschäftsstelle mehr, weil sie alles im Internet erledigen. „Man braucht aber eine gewisse Mindestgröße. Die Spezialisten können nicht in jeder Geschäftsstelle sein, also wird die Beratung in der Zentrale gebündelt“, sagte Dejewski.

Die Filiale am Kuhberg ist nur etwa 700 Meter von der Hauptstelle entfernt. Diesen Luxus will sich die Bank offenbar nicht mehr leisten: Zum 31. März werden die drei Mitarbeiterinnen an andere Standorte versetzt. Die SB-Geräte sollen aber erhalten bleiben. Zu Ende Juni wird dann der Mietvertrag für die Filiale Faldera an der Wasbeker Straße gekündigt, die vier Mitarbeiterinnen versetzt, die Geschäftsstelle geschlossen. Automaten bleiben dort nicht; die Bank verweist auf den Geldautomaten in der Total-Tankstelle an der Wasbeker Straße 361. Die Kunden werden künftig in der Zentrale geführt und sollen rechtzeitig angeschrieben werden. Rainer Bouss fasste es so zusammen: „Wir bündeln unsere Standorte in der Innenstadt.“

In der Zentrale will die Bank dafür personell und räumlich stärker auf Beratung setzen. An den Empfangstresen sollen künftig Mitarbeiter sitzen, und es wird mehr Platz für persönliche Gespräche in diskreter Atmosphäre geschaffen. Die Beratung wird neu strukturiert. „Dabei arbeiten wir noch stärker daran, die Ziele und Wünsche der Kunden zu erfahren“, sagte Frank Jensen, Bereichsleiter Vermögensmanagement.

Die weiteren Neumünsteraner Geschäftsstellen sind nach Auskunft des Vorstands ungefährdet. „Gadeland ist wegen des Marktpotenzials gesetzt“, sagte Bouss. Einfeld wurde kürzlich renoviert, Tungendorf 2014 neu gebaut, Wittorf macht am 13. Dezember einen Tag der offenen Tür nach Umbau.

 

(sh:z / Holsteinischer Courier vom 08.12.2016 Autor: Thorsten Geil)