Solides Jahr bei der Volksbank

Steigender Gewinn, sinkende Verwaltungsaufwendungen / Eigenkapital wird gestärkt, und die Mitglieder bekommen 6 Prozent Dividende

Die Tische sind vorbereitet, die Leinwand und die Mikrofonanlage überprüft: Dirk Dejewski (links) und Dr. Rainer Bouss erwarten die Gäste zur Vertreterversammlung im Saal der Stadthalle.

Die Vorstandsmitglieder der Volksbank sind mit dem abgelaufenen Jahr sehr zufrieden. Dr. Rainer Bouss und Dirk Dejewski stellten gestern Abend den Mitgliedern der Vertreterversammlung die Bilanz 2016 vor. Das Jahr wurde von einem soliden Wachstum und einer Großbaustelle geprägt, sagten sie.

Die große Baustelle war die Umstellung von 100 000 Konten auf ein anderes Rechenzentrum und damit auf ein neues EDV-System; dafür war die Bank im April für ein Wochenende komplett vom Netz gegangen (der Courier berichtete). „An dem Projekt haben wir ein Jahr gearbeitet. Wochenlang wurden alle Mitarbeiter geschult. Das hat Kraft gekostet“, sagte Bouss gestern vor der Presse. Bis auf einige Spezialfälle habe aber fast alles gut geklappt.

Trotzdem müssen die 243 Mitarbeiter noch Zeit gefunden haben, um ihren eigentlichen Job zu machen, nämlich Geld zu verdienen. Die Zahlen deuten alle in diese Richtung. Das wichtigste Geschäft einer Bank ist es, mit den Zinsen zu arbeiten – also mehr Geld für Kredite zu bekommen als zu zahlen. Das ist in den Zeiten der nahezu abgeschafften Zinsen schwieriger geworden. Bei der Volksbank steht unter dem Strich aber immerhin ein Zinsgewinn von 28,3 Millionen Euro (plus 2,5 Prozent). Zusammen mit dem leicht verbesserten Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft, dem Eigengeschäft mit Wertpapieren und leicht gesunkenem Verwaltungsaufwand blieb am Ende vor Steuern ein Gewinn von 13,7 Millionen Euro übrig. 2015 waren es 12,9 Millionen Euro.

Ein Teil fließt in das Eigenkapital. Da hat die Bank jetzt eine sehr solide Kernkapitalquote von 17,3 Prozent. Aber auch die 22 500 Mitglieder der Genossenschaftsbank können sich freuen: Sie bekommen wieder 6 Prozent Dividende auf ihre Anteile ausgeschüttet (der Courier berichtete).

Ein klares Bekenntnis legten die beiden Vorstandsmitglieder zu den Geschäftsstellen ab. Zwar wurde gerade die Zweigstelle am Kuhberg geschlossen, und die in Faldera folgt Ende Juni – „aber wir bleiben eine Filialbank. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass das richtig ist und Filialen mit bekannten Ansprechpartnern eine Zukunft haben“, sagte Dejewski. In Faldera führe die Bank gerade Gespräche mit dem Vermieter, ob der Geldautomat dort erhalten bleiben kann.

Auch bei der Volksbank steigt die Zahl der Kunden rasant, die ihre Geschäfte am Computer von zu Hause aus erledigen. „Bei den Privatkunden sind es jetzt schon über 40 Prozent. Von denen setzt wiederum die Hälfte ihre Bank- und Kreditkarten sehr intensiv ein, um damit einzukaufen oder andere Geschäfte zu erledigen“, sagte Dejewski.

Aber das gute alte Bargeld ist auch noch längst nicht tot. Das merken die Banker an den Zahlen ihrer Geldautomaten. Zumindest in den Städten steigen die Summen, die die Maschinen auszahlen.

(sh:z / Holsteinischer Courier vom 31.05.2017 Text: Thorsten Geil)